Beobachtungstipps im Sommer

Wer mit offenen Augen und Ohren im Naturpark unterwegs ist, kann zu jeder Jahreszeit in der heimischen Natur Schönes und Interessantes entdecken. In Wäldern, an Gewässern, am Rand der Bergbaufolgelandschaft oder in den Dörfern sind spannende Erlebnisse möglich. Dabei ist keine besondere Ausrüstung nötig, aber mit Fernglas und Becherlupe sieht man mehr. Der Fotoapparat sollte natürlich immer dabei sein.

Hier finden Sie ein paar Anregungen für Beobachtungsziele. Nahezu alle Beobachtungspunkte liegen an Wanderwegen.


Pflanzen mit gelben Blüten und lila Hochblättern
Eine ungewöhnliche Blütenpflanze zwischen Grashalmen: Ihr ahrenartiger Blütenstand wird von violetten Hochblättern geprägt. Die darunter verborgenen Blüten sind gelb und violett.

Ende Mai – Juni: Dekorativ – Ackerwildkräuter

Am Freesdorfer Borchelt sehr seltene Ackerwildkräuter: Neben Kornblumen und Klatschmohn gedeihen hier Kornraden, Feldrittersporn, Adonisröschen, Ackerwachtelweizen oder Lichtnelken. Als lästige oder gefürchtete Unkräuter (die Kornrade ist stark giftig) wurden sie weitestgehend von Äckern verdrängt. Auf dem „Feldflorareservat“ entfalten sie ihre farbenfrohen Blüten dank der Dreifelderwirtschaft ohne Pflanzenschutzmittel.

Wo? Das Feldflorareservat liegt direkt am Fuß des Slawischen Burgwalls Freesdorfer Borchelt.

Juni – September: Farbenfroher Schmarotzer – Hainwachtelweizen

Der Hainwachtelweizen ist der „Bruder“ des Ackerwachtelweizens und trägt gelbe Blüten unter lila Hochblättern. Beide Arten zapfen als Halbschmarotzer die Wurzeln benachbarter Gräser an, um ihnen Wasser und Nährstoffe zu entziehen. Ihre Samen ähneln Weizenkörnern, sie werden wegen ihrer fleischigen Anhänge von Ameisen begehrt und so verbreitet. Wo? An der Tongrube Cabel bildet der Hainwachtelweizen farbenfrohe Teppiche.   Juli: Spezialisten – Sandstrohblumen Filzig behaarte Stängel und Blätter schützen die Pflanze vor Überhitzung und Austrocknung. So ist sie bestens an das Leben auf kargen Standorten, wie Offenflächen der Bergbaufolgelandschaft, angepasst. Die aromatisch duftenden Blüten der Sandstrohblumen behalten nach dem Trocknen ihre sattgelbe bis orange Farbe. Doch die Sandstrohblume zählt in Deutschland zu den gefährdeten Pflanzen und darf nicht gepflückt werden!

Wo? Auf Offenflächen der Bergbaufolgelandschaft z.B. nahe Zinnitz/Schlabendorf und Bergen ist die Blume zu finden.

Juli – September: Bienenweide – Buchweizen

Buchweizenfelder, die im Calauer Raum bis vor wenigen Jahren typisch waren, sind selten geworden. Doch hier und da erblüht noch ein Acker und lockt von Juli bis September mit einer Fülle an weißen, rosa überhauchten Blüten Insekten an. Doch nur am Vormittag brummt es dort so richtig, denn nur in den Morgenstunden bietet die Knöterichpflanze ihren Nektar an.

Wo? Einzelne Äcker im Südosten des Naturparks. In den Plinsdörfern, wo  Buchweizenanbau und -verarbeitung Tradition haben, können Buchweizenplinsen gegessen werden.

Juli – September: Vogelperspektive – Borcheltsbusch

Der Aufstieg auf den Aussichtsturm am Borcheltsbusch lohnt immer – schon wegen der Aussicht über das Moor bis zum Landrücken und den Dünen der Bergbaufolgeflächen. Der Kenner kann aus dem Röhricht die Rufe und Gesänge von Wasserralle, Karmingimpel, Bartmeise, Rohrschwirl und von vier Rohrsänger-Arten hören. Mit Glück sind balzende Rohrweihen und nach Libellen jagende Baumfalken zu beobachten. In den Randbereichen brüten Beutelmeisen und im Umfeld haben mehrere Fischadler-Paare ihre Nester auf Hochspannungsmasten errichtet. Abends kehren Kranich-Junggesellentrupps zum Schlafen in die Gewässer ein und zahlreiche Abendsegler kurven über dem Moorgebiet.

Wo? Der Aussichtsturm an der Straße zwischen Goßmar und Freesdorf ist jederzeit nutzbar. Im August sind die Ranger des Naturparks jedem Samstag und Sonntag mit einem großen Fernglas vor Ort und machen Naturfreunde mit der Tierwelt bekannt (1.–15.8. jeweils ab 19.30 Uhr, 16.–30.8. jeweils 19.00 Uhr)