Einrichtung des Fledermaus-Winterquartiers "Altes Wasserwerk"

Das alte Wasserwerk von Bergen versorgte das Dorf mit Trinkwasser, bis dieses Mitte der 1970er Jahre an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen wurde. Die Wassergewinnungsanlage und Energieleitungen wurden abgebaut, Fenster und Türen entfernt.

Nach jahrelangem Dornröschenschlaf übernimmt das Bauwerk 2019 eine neue Funktion: Es wird ein Fledermaus-Winterquartier. In und um Bergen finden viele Fledermäuse auf Höfen, in Gärten, Wiesen, Laub- und Mischwäldern beste Jagdbedingungen und Sommerunterkünfte. Braune und Graue Langohren, Wasser-, Fransen- und Breitflügelfledermäuse und andere Arten leben hier. Doch mit der Sanierung und Modernisierung von Gebäuden, mit dem Verschwinden von Eiskellern und Erdlagern gehen immer mehr Rückzugsorte verloren.

Fledermäuse leben in der warmen Jahreszeit auf Dachstühlen und in Gebäudenischen, in Baumhöhlen und Vogelkästen. Für die Überwinterung sind die meisten auf frostfreie Höhlen oder Keller angewiesen – wie das alte Wasserwerk.

Um aus dem Wasserwerk ein Fledermaus-Winterquartier zu machen, wurden Fenster- und Türöffnungen verschlossen und eine isolierende Erdschicht aufgetragen. Lediglich ein Einflugschlitz wurde belassen. So bleibt das Innere frostfrei. Ein Regenwasserzufluss sorgt für behaglich hohe Luftfeuchtigkeit. Hohlblocksteine und Ziegel wurden an Wänden und Decke angebracht, um Unterschlupfmöglichkeiten zu bieten. Denn die Tiere hängen im Winterquartier selten frei an der Decke, sondern ziehen sich meist in Ritzen und Spalten zurück oder verkriechen sich im Boden-Geröll.

 

Eingang zu einem unterirdischen Bauwerk
Ruine des Alten Wasserwerks © Udo List
Wände aus großen Betonsteinen, von denen einige Ritzen haben.Von der Decke hängt ein Eisenrohr.
Innenraum des Fledermausquartiers © Udo List
Ein von Erde umgebenes und bedecktes Betonbauwerk mit einer Öffnung im unteren Teil.
Einflugsportal des Fledermausquartiers © Udo List

 

 

 

In Erinnerung an Milan Podaný (1963 – 2017)

Ein Mann mit einer Stirnlampe ist umringt von Kindern. In der Hand hält er eine kleine Fledermaus.
Milan Podany © Ralf Donat

Milan Podaný war ein engagierter Fledermausforscher und Naturfotograf aus Luckau. Er erforschte das Leben der kleinen Säuger in der Region, in Brandenburg und in Osteuropa. Mit seinen faszinierenden Fotos, unterhaltsamen Vorträgen und vielen Exkursionen brachte er der Öffentlichkeit die spannenden Tiere näher. Sein Leben lang setzte sich Milan für den Fledermaus-Schutz ein – auch für die Einrichtung von Winterquartieren.

 

Zum Projekt Fledermausquartier "Warsitzwerke"