Habitatverbesserungen für die Rotbauchunke

Anlass der Projekte war die starke Gefährdung der für Brandenburg ehemals charakteristischen Rotbauchunke (Bombina bombina). Habitatzerstörungen in Folge der Einführung industriemäßiger Produktionsmethoden der Landwirtschaft in der DDR der 60er und 70er Jahre sowie die erheblichen Grundwasserabsenkungen in Folge des Braunkohletagebaus wirkten sich gravierend auf die Lebensräume – kleine Tümpel und zeitweise fischfreie Kleingewässer – aus.

Der hohe europäische Schutzstatus als prioritäre Art der FFH-Richtlinie ermöglichte die Verwendung von Fördermitteln der EU unter Ergänzung durch Mittel der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg. Als Träger der Maßnahmen konnten die örtlich zuständigen Wasser- und Bodenverbände gewonnen werden.

Die Habitat verbessernden Maßnahmen beinhalteten Erhaltungs- und Gestaltungsarbeiten an bestehenden Teichanlagen, Wiederherstellung und Erweiterung von Kleingewässern sowie die Herstellung von Amphibienleit- und Wandereinrichtungen an Straßen. Natürlich profitieren viele andere Amphibien (z.B. Laubfrosch) und Insekten wie Libellen ebenfalls sehr von den neugeschaffenen oder wiederhergestellten Strukturen.

Rotbauchunke im Wasser mit aufgeblähter Kehle, die Oberseite ist grau, an der Unterseite sieht man das gelbe Fleckenmuster

 

Sicherung der Habitate von Rotbauchunke, Kammmolch und Laubfrosch in der Mittelteichgruppe im FFH-Gebiet Calauer Schweiz

Bis Sommer 2020 wird im FFH-Gebiet Calauer Schweiz mit EU-Fördermitteln ein Großprojekt zum Schutz der Rotbauchunke sowie des Kammmolches und des Laubfrosches umgesetzt. Bei diesen drei Amphibienarten handelt es sich um Arten der FFH-Richtlinie, für die das Land Brandenburg eine hohe Verantwortung hat und zugleich hoher Handlungsbedarf besteht. Aufgrund dessen erfolgt die Umsetzung der Maßnahme bereits parallel zur derzeit stattfindenden FFH-Managementplanung.

Das Projekt zielt auf die Erhaltung der sogenannten Mittelteichgruppe als Nahrungshabitat und Fortpflanzungsstätte für die hier vorkommenden Amphibienarten ab. Die Teichgruppe befindet sich im Südosten des FFH-Gebietes und leidet unter einem unzureichenden Wasserdargebot. Im Zuge einer Baumaßnahme sollen die maroden Teichdämme und Wehranlagen ertüchtigt und so deren Wasserrückhaltefähigkeit wieder hergestellt werden. Eine Abgrenzung der Teichflächen in drei bewirtschaftete Fischteiche und in zwei große, ausschließlich der Amphibienreproduktion vorbehaltene Laichgewässer entwickelt die Teichgruppe wieder zu einem stabilen Ökosystem, dass nachhaltig genutzt und so auch auf lange Sicht erhalten werden kann.

Das Projekt wird ermöglicht durch eine Förderung aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raumes ELER und ist kofinanziert aus Mitteln des Landes Brandenburg.