Habitatverbesserungen für Amphibien

Sicherung der Habitate von Rotbauchunke, Kammmolch und Laubfrosch in der Mittelteichgruppe im FFH-Gebiet Calauer Schweiz

Bis Sommer 2020 wird im FFH-Gebiet Calauer Schweiz mit EU-Fördermitteln ein Großprojekt zum Schutz der Rotbauchunke sowie des Kammmolches und des Laubfrosches umgesetzt. Bei diesen drei Amphibienarten handelt es sich um Arten der FFH-Richtlinie, für die das Land Brandenburg eine hohe Verantwortung hat und zugleich hoher Handlungsbedarf besteht. Aufgrund dessen erfolgt die Umsetzung der Maßnahme bereits parallel zur derzeit stattfindenden FFH-Managementplanung.

Das Projekt zielt auf die Erhaltung der sogenannten Mittelteichgruppe als Nahrungshabitat und Fortpflanzungsstätte für die hier vorkommenden Amphibienarten ab. Die Teichgruppe befindet sich im Südosten des FFH-Gebietes und leidet unter einem unzureichenden Wasserdargebot. Im Zuge einer Baumaßnahme sollen die maroden Teichdämme und Wehranlagen ertüchtigt und so deren Wasserrückhaltefähigkeit wieder hergestellt werden. Eine Abgrenzung der Teichflächen in drei bewirtschaftete Fischteiche und in zwei große, ausschließlich der Amphibienreproduktion vorbehaltene Laichgewässer entwickelt die Teichgruppe wieder zu einem stabilen Ökosystem, dass nachhaltig genutzt und so auch auf lange Sicht erhalten werden kann.

Das Projekt wird ermöglicht durch die Unterstützung der Europäischen Kommission KOM und die Förderung mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raumes ELER. Die Kofinanzierung erfolgt durch das Land Brandenburg.

Ein Mann mit Schreibutensilien steht auf einer einfachen Brücke. Unter der Brücke fließt ein Graben - geradewegs in einen Teich.

Erhaltung und Schaffung von Kleingewässern im Naturpark

Anlass der Projekte war die starke Gefährdung der für Brandenburg ehemals charakteristischen Rotbauchunke (Bombina bombina). Habitatzerstörungen in Folge der Einführung industriemäßiger Produktionsmethoden der Landwirtschaft in den 1960er und 1970er Jahren sowie die  Grundwasserabsenkungen für den Braunkohletagebau wirkten sich gravierend auf die Gewässerlebensräume – kleine Tümpel und zeitweise fischfreie Kleingewässer – aus.

Die Habitat verbessernden Maßnahmen umfassten Erhaltungs- und Gestaltungsarbeiten an bestehenden Teichanlagen, die Wiederherstellung und Erweiterung von Kleingewässern sowie die Herstellung von Amphibienleit- und Wandereinrichtungen an Straßen. Natürlich profitieren viele andere Amphibien (z. B. Laubfrosch) und Insekten (z. B. Libellen) ebenfalls  von den neugeschaffenen oder wiederhergestellten Strukturen.

Der hohe europäische Schutzstatus der Rotbauchunke als prioritäre Art der FFH-Richtlinie ermöglichte die Verwendung von Fördermitteln der EU unter Ergänzung durch Mittel der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg. Als Träger der Maßnahmen konnten die örtlich zuständigen Wasser- und Bodenverbände gewonnen werden.

 

gefördert durch

gefördert durch