FFH-Gebiete

Bergen-Weißacker Moor

Mensch und Moor

  • Größe: 115 ha

  • Naturschutzgebiet seit 1981

Das Bergen-Weißacker Moor, am Rande des Landrückens, ist eines der wenigen erhaltenen Moore der Region. Es setzt sich zusammen aus Wasserflächen früher genutzter Torfstiche, morastigen Schlenken, Schwingrasen und Birken-Kiefern-Bruchwald. Das Gebiet wurde 1969 unter Schutz gestellt, um den Verlust wertvoller Lebensräume und Pflanzen durch die Abbaggerung des Wanninchener Moors „auszugleichen“. Naturschützer siedelten sogar bedeutende Pflanzenarten um, um ihren Bestand zu sichern. Allerdings blieb auch das Bergen-Weißacker Moor von den Auswirkungen der Grundwasserabsenkung durch den Braunkohlentagebau nicht verschont.

Durch Rückleitung des abgepumpten Wassers wurde der Moorkörper vor dem Austrocknen bewahrt, allerdings beeinträchtigte das extrem saure und eisenhaltige Wasser viele empfindliche Pflanzenarten. Trotzdem brütet regelmäßig der Kranich hier, nutzen Bergmolche und diverse Libellenarten diesen Lebensraum. Eine Besonderheit für Brandenburg ist das reiche Vorkommen des Gagelstrauchs. Dieser ist eigentlich an der atlantischen Küste heimisch und bevorzugt ein kühl-feuchtes Klima.

Borcheltsbusch und Brandkieten

Aus der Vogelparspektive sind ein großes, von Schilf bewachenes Areal, mehrere Wasserflächen am Rand und innerhalb des Schilfs sowie unbestellte, grüne und ein gelber Acker zu sehen. Am Rand der Szenerie sind einige Häuser zu erkennen.

Kranichrast und Moorochse

  • Größe: 308 ha

  • teilweise Naturschutzgebiet seit 1981, Landschaftsschutzgebiet

Südlich von Luckau befindet sich das größte erhaltene Niedermoor des Naturparks. Im 19. Jh. entstanden hier Torfstiche zur Gewinnung von Brennmaterial, im 20. Jh. wurde Torf für das Luckauer Moorbad gewonnen. Heute besteht das Gebiet aus einem Mosaik aus kleinen Wasserflächen, ausgedehnten Röhrichten mit Weidengebüschen, feuchtem bzw. überschwemmtem Grünland und Moorwäldern.

Das Gebiet kann vom Menschen nicht betreten werden und ist wohl gerade deshalb ein Paradies für zahlreiche Tierarten. Hier übernachten Tausende Kraniche, Zehntausende Gänse, Stare und Kiebitze während des herbstlichen Vogelzuges – der Borcheltsbusch ist Kern des bedeutendsten Sammel- und Rastplatzes im Süden Brandenburgs. Beutelmeise, Rohrdommel, Eisvogel, Fischotter und mehrere Amphibienarten sind hier heimisch. Das Gebiet ist ein guter Wasserspeicher, und ein wertvoller Lebensraum. Das bleibt es, wenn der Wasserzufluss durch Berste und Borcheltfließ sowie ein entsprechender Grundwasserstand gesichert und Störungen durch Menschen vermieden werden.

Bornsdorfer Teichgebiet

Durch das grüne Blätterwerk von Bäumen und Schilf blitzt eine Wasserfläche.

Sauer macht traurig

  • Größe: 95 ha

  • Landschaftsschutzgebiet

Die Teiche nahe der B 96 etwa 7 km südlich von Luckau entstanden durch den Abbau von Raseneisenstein. Sie bilden zusammen mit den umgebenen Wäldern und kleinen feuchten Offenbereichen ein vielfältiges Lebensraummosaik, welches beste Voraussetzungen für das Vorkommen von acht Amphibien- und vier Reptilienarten bietet.

Die Amphibienpopulation zählte lange Zeit zu den stärksten im Naturpark. Allein am Amphibienschutzzaun an der B 96 wurden im Frühjahr mehr als 4.000 Tiere gezählt, die über die Straße in die Gewässer zogen. Wie viele sich das Jahr über im Teichgebiet aufhielten, ist nicht bekannt.

Leider störte die Absenkung des Grundwasserspiegels für den großflächigen Tagebau Schlabendorf-Süd die Idylle. Mit dem Grundwasserwiederanstieg gelangten im Boden angereicherte Schwefel- und Eisenverbindungen in die Gewässer und führten zu deren starker Versauerung und Ockerfärbung. So blieb in einigen Jahren der Amphibiennachwuchs aus. Der Gewässerunterhaltungsverband Obere Dahme/Berste bemühte sich in Zusammenarbeit mit dem Naturpark um die Wiederherstellung der Fischteiche. Mit ihnen und den vielen randlichen Tümpeln ist jetzt wieder für Amphibien-Nachwuchs gesorgt.

Calauer Schweiz

Ein Weg führt in einen Wald aus Kiefern und Birken. Links bildet Blaubeerkraut einen grünen Teppich.

Wandern und Entdecken

  • Größe: 1.408 ha

  • Naturschutzgebiet seit 1997

Der Name verrät es schon: das Gebiet südlich von Calau hat ein wenig „Gebirgscharakter“. Seine Erhebungen erreichen Höhen bis 161 m üNN am Kesselberg. Es gibt steile Hänge, markante Schluchten, Quellen und unverbaute Bachläufe. Der überwiegende Teil wird durch Kiefernwälder geprägt, aber in den quelligen Schluchtwäldern am Nordhang kommt noch die Niederlausitzer Tieflandsfichte (eine in der Region heimische Fichte) vor. Kleine Moore beherbergen typische Moorarten, wie Glockenheide, Rippenfarn und Siebenstern. In den kühlen Gewässern hat der Bergmolch weit außerhalb seines geschlossenen Verbreitungsgebietes sein zu Hause.

Die Calauer Schweiz ist aufgrund ihres geomorphologischen Aufbaus ein Wasserspeicher. Die Quellen versorgen Gewässer und Teiche des Umlandes aber auch Gewässer bei Altdöbern und Vetschau. In den Teichgebieten bei Buchwäldchen und Muckwar leben zahlreiche Amphibien, darunter Laubfrosch und Rotbauchunke.

Dahmetal und Vogelsang Wildau-Wentdorf

Ein Flusslauf führt, eingehüllt in üppiges Blattwerk von Bäumen, Büschen und Uferstauden, in das Bild.

Achate, Kristalle und Bernsteine

  • Größe: 220 ha und 7 ha

Aufgrund der naturnahen Ausprägung des Dahme-Verlaufs ist der Fluss in Teilen als FFH-Gebiet geschützt, so auch der Abschnitt im Naturpark. Bestandteil des Dahme-Tals ist der Vogelsang bei Wildau-Wentdorf. Auf den stark von Sickerwasser und Quellen geprägten Flächen fühlen sich Pflanzen und Tiere nasser und feuchter Standorte wohl. Besonders artenreich ist die Schneckenfauna vertreten. Mehr als 40, zum Teil gefährdete und/oder regional bedeutsame Arten sind zu finden: z.B. Achatschnecken, Kristallschnecken und Bernsteinschnecken.

Im zeitigen Frühjahr fällt im Erlenbruchwald das Gezwitscher unzähliger Singvögel auf – vermutlich ist darauf die Bezeichnung Vogelsang zurück zuführen. Im Mai und Juni blühen auf der Feuchtwiese Orchideen und Fieberklee. Damit diese Raritäten nicht durch aufkommendes Erlen- und Weidengebüsch verdrängt werden, muss die Naturwacht regelmäßig die Flächen mähen.

Drehnaer Weinberg und Stiebsdorfer See

Blick von einem erhöhten Ufer über einen See. Die Ufer bestehen aus hellem Sand. Im Vordergrung wachsen einige Birken und Kiefern.

Erlebbarer Landschaftswandel

  • FFH-Gebiet: 155 ha

  • Naturschutzgebiet seit 2004

  • Landschaftsschutzgebiet

Der Weinbau währte hier nur bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Traubensaft war nicht begehrt, er schmeckte viel zu sauer. Der Weinberg bei Bergen gehörte zur Herrschaft Fürstlich Drehna. Hier befand sich ein Winzerhaus, eine Weinpresse und ein Lusthaus. Nach Aufgabe des Weinbaus wurde die Fläche landwirtschaftlich genutzt. 1985 fiel ein Teil dem Braunkohlentagebau zum Opfer. Heute erstreckt sich am Fuße des Weinberges ein Tagebausee, der den Namen des in der Nähe abgebaggerten Ortes trägt: der Stiebsdorfer See.

Das Wasser des relativ kleinen Sees ist stark sauer. Pflanzen und Tiere werden sich nur sehr langsam ansiedeln. Selbst die höher gelegenen mageren Böschungen werden lange Zeit als Trockenrasen „nur“ den Spezialisten Lebensraum bieten. Oberhalb des Sees hat sich ein naturnaher alter Buchenwald erhalten, der jetzt dauerhaft ohne wirtschaftliche Nutzung bleiben soll.

Interessant ist auch der Drehnaer Weinberg. Tier- und Pflanzenkundler spür(t)en hier seit dem 19. Jh. Arten auf, die andernorts selten sind. Trotz veränderter Nutzung und Wasserabsenkung weisen sowohl die feuchten Standorte als auch die Halbtrockenrasen noch floristische Besonderheiten auf.

Gahroer Buchheide

Ein zweispuriger Weg führt in einen Wald. Neben einigen Kiefern stehen Rotbuchen mit frühlingsfrischem, hellgrünen Laub.

Ein Buchenwald-Relikt

  • Größe: 107 ha

  • Naturschutzgebiet seit 1981

Die Gahroer Buchheide liegt zwischen Crinitz, Gahro und der Gahroer Pechhütte am Nordhang des Landrückens. Das nach der Eiszeit abgelagerte tonige Material und ein kühl-feuchtes Lokalklima sorgen für das natürliche Vorkommen eines der wenigen größeren Rotbuchenbestände in der Niederlausitz, das sich mittlerweile kräftig verjüngt. Da hier zu keiner Zeit der Wald vollständig gerodet wurde, spricht man von Reliktwald. In alten Buchen bauen Schwarzspechte vorzugsweise ihre Bruthöhlen. Zu deren Nachnutzern zählen Hohltauben und Fledermäuse. Aufgrund des Klimas fühlen sich hier Mittelgebirgsarten wie Bergmolch, Keulen-Bärlapp und Rippenfarn wohl.

Die Tonvorkommen in der Gahroer Buchheide waren die Grundlage für die Entwicklung des Töpferhandwerks in Crinitz. Eine alte Tongrube zeugt noch heute davon.

Gehren-Waltersdorfer Quellhänge

Wasserflächen in einem Erlenwald

Wassermühlen-Land

  • Größe: 72 ha

  • Landschaftsschutzgebiet

  • teilweise Flächennaturdenkmal

Das FFH-Gebiet liegt am Nordhang des Niederlausitzer Landrückens. In den Gehrener Bergen entspringen zahlreiche Quellen, die punktuell oder auch flächig die Vegetation und das Landschaftsbild prägen. Sie speisen Bäche, Gräben und Teiche, nähren Feuchtwälder und -wiesen. Das Quellgebiet Waltersdorfer Mühlenbusch weist darauf hin, dass das fließende Wasser einst zahlreiche Wassermühlen mit Energie versorgte. Allerdings ist von den 11 Wassermühlen rund um Gehren heute nur noch wenig übrig. Viele wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgegeben oder durch Feuer oder Sturm zerstört.

Das FFH-Gebiet zeichnet sich besonders durch seine Strukturvielfalt aus. Feuchtstandorte wechseln sich mit naturnahen Wäldern, Trockenrasen, aber auch Äckern und Brachen ab und bilden ein buntes Lebensraummosaik.

Görlsdorfer Wald

Ein Laubwald, im Gegenlicht leuchten die gerade austreibenden Blätter in dezenten Grüntönen.

Was macht ein Mops in der Eiche?

  • Größe: 208 ha

  • Naturschutzgebiet seit 2002

Ursprünglich war das Gebiet zwischen Görlsdorf und Wanninchen grundwassernah. Hier gab es feuchte Laubwälder, nasse Wiesen, mehrere kleine Fließgewässer und einige Teiche. Auf etwa 50 % der Fläche wurde Landwirtschaft betrieben. Der nahegelegene Braunkohletagebau veränderte die Bedingungen gravierend. Durch den Wassermangel verlandeten die Teiche schneller, trockneten Erlenbrüche aus und veränderte sich die Vegetation. Trotzdem präsentiert sich das Gebiet heute noch sehr abwechslungsreich. Bemerkenswert sind die urigen Alteichen. Sie bieten den inzwischen sehr selten gewordenen Käfern Eremit, Hirschkäfer und Großer Heldbock Lebensraum.

Das Mosaik von Wald, Wiesen und Gewässern bietet außerdem ideale Bedingungen für Fledermäuse. 13 von 17 in Brandenburg heimischen Arten kommen hier vor, darunter die Mopsfledermaus – eine der seltensten Arten in Deutschland.

Heidegrund Grünswalde

Über einem üppig grünen Grasteppisch schweben viele weiße, büschelförmige Fruchtstände des Wollgrases. Zwischen dem Grün der Birken im Hintergrund leuchten deren weiße Stämme.

Wasser ist (Moor-)Leben

  • Größe: 263 ha 

  • Landschaftsschutzgebiet

Der Nordhang des Landrückens unweit der kleinen Siedlung Grünswalde verzaubert durch sein vielgestaltiges Gelände und seinen abwechslungsreichen Baumbestand. Am Hangfuß entspringen zahlreiche Quellen, deren Wasser kleine, naturnahe Bäche speist. Im zentralen Teil des Gebietes existieren ausgedehnte Moore und Moorwälder. Sie entstanden infolge der Rodungen der ersten Siedler, die für ihre Behausungen in großem Umfang Holz benötigten. Auf den freigewordenen Flächen sorgten Wind und Wasser für Erosion. Feinstes Material setzte sich in Senken ab und verhinderte dort das Versickern des Oberflächenwassers. So bildeten sich Moore heraus. Nach einer zwischenzeitlichen Nutzung als Teich hat Schilf- und Seggentorf in nur 250 Jahren wieder die Senken gefüllt.

Trotz intensiver Entwässerungsmaßnahmen auf den nahe gelegenen Landwirtschaftsflächen blieb ein Teil der Moore bis heute erhalten. Hier kommen Kranich und Wiesenpieper vor. Allerdings gingen Feuchtgebiete oberhalb des Hangfußes verloren. Mit dem Verschluss überflüssiger Gräben hat sich die Wassersituation der Moore seit 2012 wieder deutlich verbessert.

Höllenberge

Ein lichter Wald auf sehr bewegtem Gelände; auf dem Boden liegt Schnee.

Eiskalte Hinterlassenschaft

  • Größe: 162 ha

  • Landschaftsschutzgebiet

Seinen Namen verdankt das attraktive Wandergebiet nicht dem Fegefeuer sondern eiskalten Fakten. Denn das Eis der Saale-Kaltzeit formte das aufregende Relief vor mehr als 120.000 Jahren. Es schüttete die Endmoräne auf, schuf aber durch wiederholte Vor- und Rückwärtsbewegungen einen Kessel. Aus dieser Gelände-Hohl-Form leitet sich die Bezeichnung Hölle (auch Helle) ab. Zudem gruben Schmelz- und Niederschlagswässer tiefe Rinnen in die Hänge ein. Es entstand eine vielgestaltige Oberfläche mit ganz unterschiedlichen Standortbedingungen.

So entwickelte sich ein Mosaik verschiedener Vegetationsformen. Auf kleinem Raum sind hier alle typischen Lebensräume des Naturparks zu finden: Eichenwälder, Heiden, Trockenrasen, Hochstaudenfluren, Quellen, Bäche, Teiche und Moore. Entsprechend vielseitig zeigt sich auch die Pflanzen- und Tierwelt. Besonderheiten sind die atlantisch verbreiteten Arten Englischer Ginster und Schönes Johanniskraut, das Vorkommen von sieben Fledermausarten, mehreren Amphibien-, Reptilien- und Libellenarten sowie eine artenreiche Vogelwelt. Auf den Wiesen weiden alte Haustierrassen des nahen Höllberghofes - einem nachgebauten Abbild des historischen regionalen Lebens.

Kleine Elster und Niederungsbereiche Ergänzung mit Friedersdorfer Tiergarten

Blühende Buschwindröschen, die weißen Blüten werden von der Sonne angestrahlt und leuchten über ihrem dunkelgrünen Laub und braunen Blättern auf dem Waldboden.

Frühjahrs-Blütenpracht und Kalkabbau

  • Größe: 204 ha

  • teilweise Naturschutzgebiet seit 1967

Der Friedersdorfer Tiergarten ist Teil eines schmalen Niederungsgebietes bei Sonnewalde. Hier ist auf kleiner Fläche die für den Sonnewalder Raum einst typische Vegetation erhalten, während sie ringsherum gerodet und zum großen Teil in Ackerland umgewandelt wurde. Das kleine Wäldchen besteht aus alten Stieleichen, Eschen und Hainbuchen. Im zeitigen Frühjahr ist der Boden übersät von Blüten: weiße Buschwindröschen, lila Leberblümchen und gelbes Scharbockskraut.

Hier kommen zahlreiche Höhlenbrüter vor: Schwarzspecht, Hohltaube, Waldkauz, Waldohreule und Wendehals. Im reichlich vorkommenden Totholz leben viele Käfer. Sie sind Nahrung für Spechte und Kleiber.

Im Süden des Naturparks liegen verstreut alte Kalkgruben. Wie eine Perlenkette ziehen sie sich am Kamm des Landrückens entlang, unscheinbar und bewaldet. Das begehrte Baumaterial ist abgebaut, der hohe Kalkanteil reicht den seltenen Pflanzen wie der Stengellosen Kratzdistel oder dem Gemeinen Sonnenröschen aber noch zum Überleben.

Krossener Busch

Ein typischer Busch

  • Größe: 67 ha

  • Naturschutzgebiet seit 2002

Der Niederlausitzer „Busch“ steht für nassen Wald, und genau das kennzeichnet das FFH-Gebiet. Ehemals gab es hier Torfstiche und große, fischwirtschaftlich genutzte Teiche. Die Dämme sind heute noch gut erkennbar. Doch mit der Aufgabe der Nutzung siedelten sich schließlich Büsche und Bäume an. Obwohl durch Menschen angelegt kommt die heutige Vegetation des Gebietes den natürlichen Waldgesellschaften feuchter Senken des Luckauer Beckens sehr nahe. Es hat sich ein großer Erlenbruchwald herausgebildet.

Wie eine Insel liegt das Feuchtgebiet mitten in stark meliorierten Ackerflächen und bietet so einer Reihe von Tieren wertvollen Lebensraum: Hier brüten regelmäßig Kranich und weitere 50 Vogelarten. Auffällig ist das Vorkommen vieler Höhlenbrüter, die in den alten Bäumen genügend Nistmöglichkeiten finden. Auch Amphibien- und Reptilienarten sind reich vertreten. Sieben Fledermausarten nutzen das Gebiet zur Jagd.

In dem aufgelassenen Teichgelände beginnt sich ein Moorkörper zu bilden. Dieser zieht die Große Moosjungfer, eine europaweit bedrohte Libellenart, an. Im Frühling erfreut den Besucher die bunte Blütenpracht von Buschwindröschen und anderen Frühblühern.

Lichtenauer See

Eine von wenigen kleinen Kiefern bestandene Grasfläche ragt in ein Gewässer und verschmilzt scheinbar mit dem gegenüberliegenden Ufer. Im Wasser steht eine abgestorbene Birke.

Kohle raus – Wasser rein

  • Größe: 467 ha

  • Naturschutzgebiet seit 1997

Mit 330 ha Wasserfläche ist der Lichtenauer See bisher der größte Bergbausee in Brandenburg, der vollkommen unter Schutz gestellt wurde und ohne wirtschaftliche Nutzung bleiben soll. Er ist nahezu unberührt von Ortschaften und Verkehrswegen. Westlich des 8 km langes Sees erstreckt sich die Tornower Niederung, künftig ein ausgedehntes Feuchtgebiet. Die Ungestörtheit macht das Gewässer interessant für Wasservögel. Nordische Gänse übernachten hier während des herbstlichen Vogelzuges. In den Uferbereichen fühlen sich Brachpieper, Flussregenpfeifer, Uferschwalbe und Steinschmätzer wohl. Derzeit muss der See allerdings für verschiedene bergbauliche Sanierungsmaßnahmen wie Kalkung und Wasserableitung aus dem überfüllten Schlabendorfer See herhalten.

Randbereiche und Böschungen sind sandige, offene Bereiche mit Sandstrohblume und Heidekraut, Silbergras und Landreitgras. Auch der Wald fordert Flächen zurück.

Luckauer Salzstellen

Das Gegenteil von süß? Salzig!

  • Größe: 65 ha

  • teilweise Flächennaturdenkmal

Eine Besonderheit im Naturpark sind sogenannte Binnensalzstellen. Sie kommen hier nur kleinflächig auf feuchtem, bewirtschaftetem Grünland vor und werden meist übersehen. Meist sind es Botaniker, die durch das Vorkommen von Salz ertragenden Pflanzen wie Strand-Milchkraut, Salzbinse und Strandsimse auf ein (unterirdisches) geologisches Phänomen stoßen. Hier tritt salzhaltiges statt Süßwasser an die Oberfläche. Ursache dafür sind Steinsalzvorkommen unter der Erdoberfläche. Diese bildeten sich vor mehr als 255 Millionen Jahren, als das Zechsteinmeer ganz Deutschland bedeckte. An einigen Stellen liegen die salzhaltigen Ablagerungen dichter unter der Erdoberfläche als anderswo. Das Salz wird im Grundwasser gelöst und zutage gefördert.

Die für die Region typischen geringen Niederschlagsmengen und hohen Temperaturen fördern die Anreicherung der Mineralien im Oberboden. Da diese Binnensalzstellen in Brandenburg sehr selten sind, stehen sie unter strengem Schutz.

Lugkteichgebiet

Auf einer ruhigen Wasserfläche, die von gelbem Schilf und dem dunklen Laub von Erlen begrenzt wird, treibt ein einzelner Singschwan. (Der Schwan hat einen gelb/schwarzen Schnabel.)

Verflossene Schönheit?

  • Größe: 338 ha

  • Naturschutzgebiet seit 2008

  • teilweise Landschaftsschutzgebiet

Das Schutzgebiet nordwestlich von Sonnewalde umfasst den mit 70 ha größten Fischteich im Naturpark sowie angrenzende feuchte Laubwälder und Wiesen. Bis ins 19. Jh. hinein existierte hier bis Proßmarke hin eine Teich-Waldlandschaft. Die Zisterzienser-Mönche des Dobrilugker Klosters stauten durch Dämme das aus den Quellbereichen des Niederlausitzer Landrückens abfließende Wasser an. Nach umfangreichen Meliorationsmaßnahmen versiegten allerdings die Quellen, von ehemals 13 Teichen blieb nur der Lugkteich bestehen. Inzwischen gibt es erfolgreiche Bemühungen, die Wassersituation zu verbessern, sprich den Wasserstand zu heben. Das ist für die Forst- und Teichwirtschaft ebenso von Bedeutung wie für die Tiere und Pflanzen, die hier sehr wertvolle Lebensräume finden.

Der fischereiwirtschaftlich genutzte Lugkteich, die angrenzenden Feuchtgebiete und die umgebenen Wälder sind Brut- und Nahrungsräume für zahlreiche Amphibien- und Insektenarten, Wasser- und Greifvögel, Fischotter, Fledermausarten....

Rochauer Heide

Blick in einen Mischwald mit zahlreichen Baumstämmen, grünem Blätterdach und ein wenig grünem Heidelbeerkraut.

Waldeslust und Käuzchenrufe

  • Größe: 558 ha

  • Naturschutzgebiet seit 1981

Die Rochauer Heide gehört zu einem 35.000 ha großen zusammenhängenden Waldkomplex am Westrand des Naturparks. Hier haben sich schon Ortskundige verlaufen. Die Kiefern-Traubeneichenwälder sind im Kern noch sehr ursprünglich: Sie entsprechen der natürlichen Vegetation des Landrückens, denn sie wurden zu keiner Zeit vollständig gerodet. Darauf verweisen die zahlreichen alten Bäume und das reiche Vorkommen der Heidelbeere.

Der Raufußkauz hat hier sein brandenburgweit beständigstes Vorkommen. Der nachtaktive Kauz nistet in ausgedienten Schwarzspechthöhlen in alten Kiefern und Eichen. Mit etwas Glück hört man im späten Winter seine typischen bu-bu-bu-bu-bu-Rufe. Auch der seltene, winzige Sperlingskauz (er ist nicht größer als ein Star) brütet in der Rochauer Heide.

Die beerstrauchreichen, älteren Baumbestände bieten gute Voraussetzungen für die Wiederansiedlung des Auerhuhns. Denn hier existierte bis ins 20. Jh. ein Flachland-Vorkommen. Großflächige Kieferndickungen und Kahlhiebe raubten den Vögeln allerdings nach und nach die Lebensräume, bis das Auerhuhn in den 1990er Jahren verschwand.

Sandteichgebiet

Eine winterliche Szenerie: Durch einige braune Schilfhalme fällt der Blick auf einen zugefrorenen, von etwas Schnee bestäubten Teich. Am Horizont erstreckt sich ein dunkler Wald.

Ein Landschaftswasserhaushalt-Projekt

  • Größe: 212 ha

  • Landschaftsschutzgebiet

Der fischwirtschaftlich genutzte Sandteich erstreckt sich an der Straße Fürstlich Drehna - Klein Mehßow. Im Schilfgürtel brütet regelmäßig ein Kranichpaar, Fisch- und Seeadler kommen zur Nahrungssuche hierher. In den Randbereichen gedeihen floristische Besonderheiten wie Glockenheide und Gagelstrauch. Das sind Pflanzen, die sonst nur in Küstenregionen wachsen. Um Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere im Gebiet zu erhalten bzw. deren Qualität zu erhöhen, initierte die Naturparkverwaltung mit mehreren Partnern gezielte Maßnahmen, um den gestörten Wasserhaushalt zu regenerieren. Ausgetrocknete Moorbereiche wurden wieder mit Wasser versorgt und alte, im 19. Jahrhundert existierende Teiche als Kleingewässer wieder hergestellt.

Von den bis Mitte 2005 umgesetzten Maßnahmen können ganz besonders Fischotter, Kranich, Laubfrosch und Rotbauchunke profitieren.

Schlagsdorfer Hügel

Im Abendlicht stehen Wacholderbüsche locker verteilt auf einer spärlich bewachsenen Fläche, die bis zu einem Wäldchen führt. Daran grenzt ein Acker. Am Horizont strecken sich acht Windkraftanlagen bis zum Himmel.

Viel Wind um die Küchenschelle

  • Größe: 5 ha

Eine kleine trockene Erhebung, umgeben von Intensivacker und Windkraftanlagen. Trotzdem eine botanische Besonderheit. Der arme Sand ist ungewöhnlich kalkreich und damit geschaffen für ein letztes Vorkommen der Küchenschelle. Auch Moos- und Flechtenkundige geraten hier in Verzückung. Das kleinste FFH-Gebiet im Naturpark wird mit Skudden – einer kleinen, fast ausgestorbenen Schafrasse – gepflegt. Auch im angrenzenden Waldbereich sollen zukünftig die Arten der trockenen Kalkheiden gefördert werden.

Schuge- und Mühlenfließquellgebiet

Von Quellen und Gräben

  • Größe: 392 ha

  • Naturschutzgebiet seit 2002

Das reich strukturierte Gebiet zwischen Kümmritz, Pitschen-Pickel und Uckro wird vom Wasser geprägt: (Der Ortsname Uckro ist auf nass, nasse Aue zurückzuführen). Am Fuße des Landrückens, der auf kurze Entfernung von 75 m bis auf 100 m üNN ansteigt, entspringen die Quellen der Schuge und des Paseriner Mühlenfließes, die parallel der Berste zufließen. Großflächig steht das Grundwasser oberflächennah an. So gibt es hier trotz zahlreicher Entwässerungsmaßnahmen für die landwirtschaftliche Nutzung noch Erlenbruchwälder und feuchte Wiesen. Das gesamte Gebiet ist von kleinen Fließgewässern durchzogen, wobei allerdings der überwiegende Teil begradigt ist. Der Schugelauf wurde aber bereits durch Sohlschwellen und Kiesaufschüttungen aufgewertet. Es gibt zudem Teiche und wassergefüllte kleine Torfstiche.

Das Schuge- und Mühlenfließquellgebiet dient als Lebensraum für Amphibien (z.B. Laubfrosch und Kammmolch), Vögel (z.B. Kranich, Rohrweihe, Entenarten), Fledermäuse und Insekten. Es ist aber auch Rückzugsraum für Arten der angrenzenden intensiv bewirtschafteten Ackerlandschaft.

Stoßdorfer See

Ein Schwarm Möwen kreist knapp über dem Boden der Insel. Brennesselstauden und anderes Grün bedecken den Boden bis zum Ufer. Auch ein Haufen Astwerk und Koppelpfähle sind zu sehen, im Hintergrund Wald.

Nutzen und Schützen

  • Größe: 166 ha

  • teilweise Naturschutzgebiet seit 2003

  • Landschaftsschutzgebiet

Der 100 ha große Stoßdorfer See etwa 7 km östlich von Luckau ging 1964 aus einem Tagebau-Restloch hervor. Sein Name erinnert an das abgebaggerte Dorf. Durch Wasserzufuhr aus dem Flüsschen Wudritz entstand ein naturnahes Gewässer, was sehr bald zahlreiche Wasservögel anzog. Bei der Sanierung blieb eine Insel erhalten. Auf ihr lebt heute die größte Lachmöwenkolonie Brandenburgs, brüten Flussseeschwalben, Schwarzkopfmöwen, Graugänse, verschiedene Entenarten, Haubentaucher... Im nährstoffarmen Wasser gedeihen Armleuchteralgen und Grundrasen. Im Uferbereich befinden sich Röhrichtbestände und Schwimmblattzonen. Das Umland mit offenen Rohböden, blütenreichen Ruderalflächen, Trockenrasen und Trockengebüschen wird von zahlreichen Insekten und Vögeln, wie Raubwürger, Brachpieper und Ortolan, bewohnt. Der Fischotter nutzt den See als Nahrungsrevier.

Während der Westteil des Sees von Anglern genutzt wird, ist der Ostteil einschließlich der Insel (122 ha) dem Naturschutz vorbehalten.

Tannenbusch und Teichlandschaft Groß Mehßow

Junge Fichten bilden ein dichtes Dickickt zwischen großen Kiefern, Im Vordergrund erstreckt sich Heidelbeerkraut. Nur wenig Sonnelicht fällt durch die Baumkronen auf den Boden.

Revier für Spezialisten

  • Größe: 204 ha

  • Naturschutzgebiet seit 1997

  • Landschaftsschutzgebiet

Tannen gibt es hier nicht, aber eine Baumart, die  als „Tannenbaum“ viele weihnachtliche Stuben schmückt: die Fichte. Sie kommt hier und an wenigen weiteren Stellen im Naturpark ganz natürlich vor, wurde also nicht angepflanzt. So gibt es auch für Fichtenwälder charakteristische Vogelarten: Fichtenkreuzschnabel, Gimpel, Erlenzeisig und zwei Goldhähnchen-Arten.

Auch in der reizvollen Teichlandschaft am Ortsrand von Groß Mehßow gibt es eine Besonderheit. Am Gewässergrund sind zahlreiche Großmuscheln zu finden. Sie sind Grundlage für das Vorkommen der FFH-Art Bitterling. Dieser Fisch überlässt seine Brut dem Schutz der Muscheln und sorgt seinerseits für die Verbreitung der Schalentiere.

Die Teiche bilden mit kleinen Moorbereichen, Bruchwäldern, Quellen und unverbauten Bachabschnitten ein abwechslungsreiches Lebensraummosaik, in dem Wasservögel, Amphibien und mit etwas Glück auch der Fischotter beobachtet werden können.

Teichlandschaft Buchwäldchen-Muckwar

Auf eine glatten Wasserfläche spiegeln sich die am gegenüberliegenden Ufer stehenden Bäume.

Froschkonzerte im Frühjahr

  • Größe: 95 ha

  • Naturschutzgebiet seit 1997

Schon im ersten „Verzeichnis der Naturdenkmäler der Provinz Brandenburg“ von 1933 war der Große Paul als ein besonderes und schützenswertes Naturdenkmal aufgeführt. Der Große Paul ist einer von insgesamt neun Teichen verschiedener Größe, die zusammen mit kleinen Fließgewässern und Gräben die Teichlandschaft bei Buchwäldchen bilden.

Seit Jahrhunderten werden die Teiche zur Fischzucht genutzt und sind so Lebensraum für zahlreiche Tierarten: Amphibien wie Rotbauchunken und Laubfrösche geben von Frühjahr bis Frühsommer beeindruckende Konzerte. Gut zu beobachten sind zahlreiche Libellen auf ihrem Paarungsflug, Ringelnattern auf Raubzug und Wasservögel beim Brutgeschäft.

Der Erlenbruchwald unterhalb des Großen Pauls gleicht einer Miniaturausgabe des Spreewaldes. Leider wurde das Gebiet durch den nahen Braunkohleabbau in Mitleidenschaft gezogen. Der Große Paul fiel zwischen 1987 und 1993 trocken und musste zeitweise künstlich bewässert werden. Heute ist das Buchwäldchener Teichgebiet für die Wiederbesiedlung der Bergbaufolgelandschaft und als Bestandteil des überregionalen Biotopverbundes von großer Bedeutung.

Tornower Niederung

Unnahbare Schönheit

  • Größe: 707 ha

  • Naturschutzgebiet seit 2005

  • Landschaftsschutzgebiet

Die Tornower Niederung ist auch eine Hinterlassenschaft des Braunkohlenbergbaus. Grundwasseranstieg und fortwährende Sanierungsarbeiten haben eine vielgestaltige Feuchtniederung geschaffen, als Erweiterung zum Lichtenauer See. Neben der Bedeutung für Brut- und Rastvögel und verschiedene Amphibien ist das Gebiet ein Refugium für seltene Libellenarten wie die Große Moosjungfer oder die gebänderte Heidelibelle. Bereits erschlossen durch einen querenden Radweg ist das Gebiet durch aktuelle Bodensackungen wieder für das Betreten gesperrt. Eine wirtschaftliche Nutzung wird hier aber nicht mehr stattfinden.

Wanninchen

Die ruhige Wasserfläche eines Sees spiegelt das gegenüberliegende Ufer, welches stark zerklüftet und nur von wenigen Büschen bewachsen ist.

Leben nach der Braunkohle

  • Größe: 694 ha

  • Naturschutzgebiet seit 1999

  • Landschaftsschutzgebiet

Früher erstreckte sich zwischen Wanninchen und Fürstlich Drehna eine Wald- und Teichlandschaft mit dem über die Region hinaus bekannten Wanninchener Moor. Heute dominieren in der durch den Braunkohlebergbau umgekrempelten Landschaft nach einer Phase der Rohbodenflächen, Dünen und Trockenrasen wieder angepflanzte oder natürlich begründete junge Wälder und nährstoffarme künstliche Seen.  Die mageren (trockenen und nährstoffarmen) Standorte sind innerhalb der überdüngten Kulturlandschaft wertvolle Rückzugsräume für extrem seltene, hoch spezialisierte Pflanzen- und Tierarten. Hier wachsen Mähnengerste, Silbergras und Sandstrohblume, leben Heuschrecken und Grabewespen. Die noch vegetationsfreien, sich gut erwärmenden Kippenböden sind für Tiere von großer Bedeutung. So findet der kleine Wiener Sandlaufkäfer, einst eine Charakterart der Flussufer und Sandbänke, fast ausschließlich in Bergbaufolgelandschaften noch geeignete Lebensräume.

Durch das steigende Grundwasser entwickelt sich aus der Steppe eine Niederungslandschaft mit dem Lorenzgraben, kleineren Seen und Feuchtgebieten. Schon heute ist im Herbst ein Einblick in den Kranich-Schlafplatz gegenüber des Heinz Sielmann Naturerlebniszentrums ein eindrucksvolles Erlebnis.